Nach einjähriger Pause fand vom 21.-26 April wieder ein Flightsafety Training, basierend auf den
Ausbildungsrichtlinien für Ultraleicht-Dreiachspiloten, in Hassfurt statt.
Insgesamt sechs Teilnehmer, darunter Horst Menden, Stefan Heine, Alex Klein und Adi Schell aus unserem Verein,
erwartete ein intensives Weiterbildungsprogramm bestehend aus Theorie und praktischen Flugübungen mit dem eigenen Flugzeug.
Im Ambiente des Flugzeughangars von Hans Schaller, umgeben von historischen Flugzeugmustern begann der Tag mit einem ausführlichen
Wetterbriefing sowie Instruktionen die Luftraumstruktur und die Trainingsaereas betreffend.
Der anschliessend vom Initiator des Konzeptes Tom Jülich vorgetragene Theorieunterricht beinhaltete die physikalischen Gtundlagen
der Flugzeugtechnik sowie die kritischen Belastungen während der einzelnen Flugmanöver und die Erklärung der vergleichsweise
engen Grenzen, die insbesondere bei Ultraleichtflugzeugen aufgrund ihrer geringen Masse gegeben sind.
Aufgelockert und untermalt durch das Knacken des Kaminofens wurden die Vorträge durch Anekdoten aus dem reichen Erfahrungsschatz
der Berufserfahrung der Referenten als Militärjetpiloten.
Bevor es ans praktische Fliegen ging, wurden die Flugübungen
des Flighttrainings detailliert durchgesprochen. Im folgenden einige Beispiele aus dem umfangreichen Programm:
Im Mittelpunkt stand hier die saubere Durchfuhrung, mit dem Ziel, in sicherer Höhe bis an den Stall herangeflogene Manöver sicher
auszuleiten und zu recovern, um jegliche Trudeltendenz auszuschliessen. Da viele Safetyübungen auf der Tatsache beruhen, dass die
Energie aus der Geschwindigkeit in Höhenpotential umgesetzt werden kann, und umgekehrt, wurde darauf Wert gelegt, die Flugmanöver exakt zu fliegen, um eine optimale Performance zu erzielen.
Unter welchen Voraussetzungen ist nach Motorausfall beim Start eine sichere Umkehrkurve überhaupt denkbar? Hierzu wurden die hierfür erforderlichen Parameter wie
Querneigung und Sinkverhalten und daraus resultierend die minimale Entscheidungshöhe individuell am eigenen Flugzeugmuster ermittelt.
Kennzeichnend für die Vielseitgkeit des Trainings war ausserdem das unerwartet angebotene Spornradtraining zugeschnitten auf Asphaltplätze bei starken Crosswindverhältnissen.
Aufgrund der starken Resourcenbindung - ein Safetytrainer betreut zwei Piloten - sollen in Zukunft vermehrt Fluglehrer die Möglichkeit
bekommen, dieses Programm nach Qualifizierung auch lokal an anderen Plätzen anbieten zu können, um somit einen deutlich
multiplikativen Effekt zu erzielen.
Für mehr praktische Flugzeit soll der Lehrgang für Piloten und Fluglehrer gemeinsam auf fünf Tage verlängert werden. Geplant, aber noch nicht festgelegt sind zwei weitere Termine in diesem Jahr.
Für den sicherlich überwiegenden Anteil der Absolventen spielt der Aspekt der Erlangung des Zertifikates für die Kaskoversicherung
keine Rolle. Die meisten kommen mit der Bereitschaft, ihre persönlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und
erhalten eine Teilnahmebestätigung und einen Sticker FlightSafety
TeamMember für Piloten und FlightSafety Instructor für
Fluglehrer.
Die Absolventen bekommen darüberhinaus die Trainingsmassnahme als Übungsflug gemäß LuftPersV bescheinigt ,
den jeder Lizenzinhaber alle 24 Monate nachzuweisen hat. Fluglehrer profitieren ebenfalls von dieser durch den DULV anerkannten Massnahme als gesetzlichen Fluglehrer-Fortbildungslehrgang im Rahmen LuftPersV.
Wir sind stolz auf Horst Menden, der in dieser Woche die Qualifizierung
als FlightSafety Instructor für alle UL-Muster erlangen konnte.
Unter dem Strich bleibt also eine tolle gemeinsame sportliche Erfahrung .
Ich wünsche allen Kollegen im Club, dass sie sich ebenfalls hierzu ermutigt fühlen.
Adi Schell
Link zum Inhalt:
www.dulv.de/Dreiachser/Ausbildung/FlightSafety/K147.htm
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